| Über | Blatter Zweirad-Sport | |||
|
Rolf absolvierte die Lehre in die Lehrwerkstätte in Bern und sparte jeden Rappen (z. B. wurde am Mittag nur 1 Brötchen gekauft und der mit dem Rest des Geldes wurde ein Rennmotor gekauft.) Es gab kein PKZ (Papa kann zahlen). In den Lehrlingsferien half Rolf in Vaters Betrieb aus um Autos zu waschen und kleinere Arbeiten zu tätigen. Dafür gab es einen kleinen Lohn.
1971, gerade nach der Lehrzeit, begann Rolf selbst mit dem aktiven Rennsport. Die Kasse war knapp und das gesparte Geld reichte nur für die kleinere Klasse, deshalb beschränkte er sich von Anfang an auf die 50ccm-Motorräder. Das Ding dass er sich anschaffte war ein komplizierter Eigenbau von Riedrich, einem Tüftler aus der Ostschweiz. Rolf kam mit diesem launischen Triebling nicht so richtig zurecht, so dass bald einmal einer der damals so gefragten KREIDLER RS-Rennsätze mit etlicher Finanzakrobatik angeschafft wurde. Vater Blatter schoss das Geld vor (wurde später jeder Cent zurück bezahlt). Damit gelangen dann die nötigen Erfolge, so dass Rolf, bereits 1972 zu den „Nationalen“ aufstieg. Erstmals im Leben wurde ein Flugzeug bestiegen und ab ging’s nach Amsterdam auf dem Harlemweg, wo der weltbekannte Van Veen seine sagenhaften Motörchen auf Kreidlerbasis anfertigte. Für Sfr. 5'000.- bekam man so ein wassergekühltes Fünfzigkubikmotörchen mit 15 PS bei 15000 U/Min. Ein spezielles Fünfganggetriebe war bereits eingebaut und hatten immer noch eine nasse Kupplung. Mit diesem Motor wurde Rolf Blatter dann Schweizermeister und bekam damals gleich die GP-Lizens. |
![]() |
|
1972, gieng Rolf nach der Rekrutenschule nach Lausanne um beim bekannten Walther-Honda zu arbeiten. So kam Rolf zum erstenmal mit jemande in Kontakt der Rahmen selbst baute und auch an den Motoren keine Schraube an der andre einliess. Dort hat er auch seine heutige Frau Sandra kennen gelernt.
Noch konnte er die GP-Lizenz nicht voll auskosten weil das Material noch verbessert werden musste. Einen Eigenbaurahmen wurde konstruiert. Ein 6-Gang-Motor mit Trockenkupplung (ab Werk) angeschafft und eine neue Verkleidung angefertigt.
Nach dieser befriedigten Saison wurde den ganzen Winter viel gebaut. Ein eigener Prüfstand half dem emsigen „Chrampfer“ und eigene PS konnten dazu addiert werden. Kein kritischer Punkt an den Maschinen blieb unbeachtet. Mit perfekt zu Recht gemachtem Material ging die Saison los. Aber bereits in Imola, der dritte Lauf der Saison, war der Traum aus. Ein Sturz, der auf den ersten Blick keine ernsten Folgen zu scheinen hatte, verletzte sich Rolf an den Schulterbänder und an diversen Knochen. An sich keine grosse Sache, jedoch die Heilung zog sich in die Länge. So konnte die Saison 1978 abgeschrieben werden.
Mit Hockenheim fing die Saison 1979 wieder an und Rolf wurde 4er. Eine Woche danach in Imola, erkämpfte Rolf den 2en Platz nach Lazzarini. Rolf war das erste Mal auf einen WM-Podest. Er riskierte Kopf und Kragen. Man fragte sich auch wer ist der Grösste? Rolf Blatter mit einer Grösse von 1.85 oder Eugenio Lazzarini mit 1.53.
Der Burgdorfer, der neben einem vollen Arbeitspensum kaum mehr als „hobbymässig“ Motorrad-GPS bestritt, wurde Leader in der 50ccm-Weltmeisterschaft. Mit seinem 3. Platz in Jarama und dem gleichzeitigen Forfait des verletzten Ricardo Tormo erklomm Rolf punktgleich mit Jamara-Sieger Lazzarini, die WM-Spitze. Erstmals war wieder ein Schweizer Leader in der WM seit Taveri 1966. Rolf Blatter bewies ein sehr starkes Durchsetzungsvermögen auf der Piste. Gute Plätze, bester Privatfahrer ohne Werksunterstützung. Rundenlang duellierte Blatter mit seinen Mitbestreiten. Nach dem 2. Platz in Spanien kommen noch die Grand-Prix von Holland, Belgien und Ende September, Frankreich dazu. Als scharfe Rivalen stufte Rolf Lazzarini und Weibel ein, die beiden mit Werkunterstützung.
Im Grand-Prix Frankreich, nach einem harten Kampf gegen Lazzarini und Dörflinger wurde Rolf Blatter Vize-Weltmeister der Klasse 50ccm im September 1979.
Heute führt Rolf Blatter ein Motorrad-Geschäft in Burgdorf. Seine Söhne haben auch den Rennbazillus geerbt. Marco, der älteste fährt gerne auf der Honda-Teststrecken und streitet mit seinem Vater um die Geschwindigkeiten. In 3ter Generation bereitet sich Marco Blatter vor um das Geschäft übernehmen zu können. Patrick Blatter bestreitet Rennen mit Motocross. Er trainiert auch in Spanien, Frankreich und Italien. Bruno Blatter weiss noch nicht genau was er fahren will.
Rolf ist der ideale Partner um über Motorräder zu sprechen. Durch seine Rennfahrerzeit hat er vieles selbst ausprobieren und erfahren können und kann dadurch seinen Kunden mit Rat und Tat beihilfe leisten! |
|||